Sprachforscher: Sächsisch ist so gut wie ausgestorben

Montag, 30. September 2013, 20:18

Leipzig (dts) – Nach Ansicht des Sprachforschers Beat Siebenhaar ist echtes Sächsisch so gut wie ausgestorben. Das sagte der Professor vom Institut für Germanistik an der Universität Leipzig dem Hörfunksender MDR Sachsen. Wissenschaftlich gesehen gebe es keinen sächsischen Dialekt mehr, man spreche stattdessen von einem sogenannten „Regiolekt“. „Im Raum Sachsen – das Vogtland, Erzgebirge und die Lausitz mal ausgenommen – sprechen die Leute mehr oder weniger Hochdeutsch – mit einer Lautung, die regional bedingt ist.“ Aber es gebe keine eigentliche Mundartgrammatik mehr, so Siebenhaar. Er sei zudem nicht der erste, der dies festgestellt habe. Bereits in den 60er-Jahren habe es einige Versuche gegeben, die alten Dialekte zu untersuchen – ohne großen Erfolg: schon damals hätten beispielsweise in der Gegend von Dresden viele Bauern den Dialekt gar nicht mehr gesprochen.

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