Linken-Vize Kipping sieht "Dynamik der Eskalation" in ihrer Partei

Berlin (dts) – Die stellvertretende Linken-Vorsitzende Katja Kipping hat scharfe Kritik an der Entwicklung ihrer Partei geübt und dafür die Parteichefs maßgeblich mit verantwortlich gemacht. Klaus Ernst und Gesine Lötzsch als Vorsitzende hätten „die destruktive Dynamik verhindern können, wenn sie produktive Diskussionsangebote gemacht hätten“, sagte Kipping dem „Tagesspiegel“ (Montagausgabe). Die Politikerin sagte zum Arbeitsklima in ihrer Partei: „So wie in den letzten Wochen können wir auf keinen Fall weiter werkeln.“ Es gebe eine „Dynamik der Eskalation“, die zu einem „Bumerang für die Linke“ werde. Zur Frage nach einer neuen Parteiführung sagte Kipping: „Es wird nicht reichen, ein oder zwei Personen an der Spitze auszutauschen. Wir brauchen eine neue Kultur der Verständigung.“ Dabei setze sie Hoffnung auf die Leute, die nach der Parteigründung 2007 eingetreten seien, die also „nicht mehr in den Kategorien Ex-WASG und Ex-PDS denken“. Offen ließ die stellvertretende Parteivorsitzende, ob sie sich eine Rückkehr des früheren Vorsitzenden Oskar Lafontaine an die Spitze wünsche. „Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust“, sagte Kipping.

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1 Kommentar zu „Linken-Vize Kipping sieht "Dynamik der Eskalation" in ihrer Partei“

  1. Katja Kippings Aussage “Es wird nicht reichen, ein oder zwei Personen an der Spitze auszutauschen. Wir brauchen eine neue Kultur der Verständigung.“ beschreibt das Dilemma der Die Linke und der Ansatz, eine neue „Kultur“ der Verständingung einführen zu wollen ist nicht falsch.

    Allerdings, so meine pessimistische Einschätzung, müsste man für eine neue Kultur der Verständigung harte Schnitte machen und diejenigen ausbremsen, die bisher einer „fairen Kultur des Streitens“ entgegenstanden, bzw, stehen.

    In den West-Verbänden der Die Linke wäre das die Mehrheit der aktiven Parteimitgliedschaft, so meine Einscätzung und da man schlecht gegen Mehrheiten ankommt, sehe ich Katja Kippings Appell, genauso wie viele andere gut gemeinte Äusserungen zum Dauerstreit in der Die Linke, ohne Wirkung verhallen.

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