Berlin – Am Donnerstag findet die offizielle Gedenkveranstaltung für die Opfer rechtsfaschistischer Gewalt im Berliner Konzerthaus statt. Nun hat sich Semiya Simsek, die Tochter von Enver Simsek, dem ersten Opfer der rechtsextremen Mordserie, schwere Vorwürfe gegen die deutschen Ermittlungsbehörden erhoben. Im „Tagesspiegel am Sonntag“ sagte sie: „Jahrelang hat die Polizei versucht, etwas aus uns herauszubekommen, was nicht da war. Man hat uns vorgeworfen, wir würden schweigen, weil wir Türken sind. Man hat uns auch nicht geglaubt, weil wir Türken sind.“
Simseks Anwalt, Jens Rabe, sagte Zeitung, dass seine Erfahrung als Opferanwalt ist, dass sich die Betroffenen vor allem eines wünschen: „Dass es ein Verfahren und eine öffentliche Verhandlung gibt. Und natürlich, dass die Taten aufgeklärt werden.“ Ursprünglich war geplant, dass der inzwischen zurückgetretene ehemalige Bundespräsident Christian Wulff die Gedenkveranstaltung eröffnen sollte. Statt Wulff wird nun Bundeskanzlerin Angela Merkel die Veranstaltung eröffnen.
(beh, ots)