Parteiübergreifendes Lob für Gaucks Antrittsrede

Berlin (dts) – Die Antrittsrede von Bundespräsident Joachim Gauck ist von allen Fraktionen im Bundestag gelobt worden. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Peter Altmaier, bezeichnete die Ansprache als ermutigend und sehr optimistisch. „Das ist die beste Rede, die ich bisher im Deutschen Bundestag gehört habe“, sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe erklärte in der Tageszeitung „Die Welt“, er habe sich gefreut, dass Gauck „das Wirken seines Vorgängers Christian Wulff im Bereich Integration ausdrücklich gewürdigt hat und dieses fortsetzen will“. Gauck hatte in seiner Antrittsrede vor allem um Vertrauen in die Demokratie geworben. Er sprach davon, dass sich Regierende und Regierte wieder mehr annähern sollten. Er könne allerdings verstehen, dass manche sein Thema „Freiheit“ nicht als Verheißen verstehen, sondern dass es nur Verunsicherung auslöse. Diese Ängste und Sorgen wolle er nehmen. Ausdrücklich wandte sich Gauck zudem gegen den Rechtsextremismus.

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2 Kommentare zu „Parteiübergreifendes Lob für Gaucks Antrittsrede“

  1. Gauck missbraucht religiöse Freiheit.

    Gaucks Antrittsrede fand ich zu 99% gut bis sehr gut.
    Jedoch ist für mich sein letzter Satz – zum Teil – überhaupt nicht in Ordnung: „Gott und den Menschen sei Dank.“
    Denn hierbei unterstellt er realitätsfern, dass „Gott“ genauso real ist wie die „Menschen“. Er ignoriert die sicher auch ihm bekannte unbestreitbare Tatsache, dass es wissenschaftlich weder möglich ist zu beweisen, dass es so etwas wie einen „Gott“ gibt, noch, dass es so etwas nicht gibt. Darum gibt es eben auch einen sehr großen Anteil der Bevölkerung Deutschlands, welcher – völlig gleichberechtigt! – nicht an einen Gott glaubt und sich darum nun durch Gaucks Worte ausgeschlossen, diskriminiert fühlt.
    Gauck übt unterschwellig – wie ein Missionar – Druck aus, „Gott“ als Realität zu akzeptieren. Hiermit missbraucht Gauck die Freiheit eines jeden Menschen, welche stets dort aufhören muss, wo die Freiheit des anderen (z.B. Nicht-Gottesgläubigen) anfängt.
    Als oberster Repräsentant Deutschland ist er jedoch sogar am meisten verpflichtet, sich an die Richtlinie vom Bundesverfassungsgericht zu halten, dass der deutsche Staat weltanschauungsneutral sein muss, da es nur dann möglich ist, dass Deutschland eine „Heimstatt“ für alle sein kann, wo man sich wohl fühlen kann, egal welche religiöse oder nichtreligiöse Weltanschauung man hat.

    Wenn „Mitbürger“ Gauck also wahrhaftig sozial gerecht sein will, hätte er z.B. klar sagen sollen: „Allen religiösen und nichtreligiösen Menschen sei Dank.“ Dies hätte alle Menschen geeint statt nun durch die Bevorzugung von Gottesgläubigen zu spalten.

  2. Ich halte es für sehr gefährlich, die Errungenschaften der Aufklärung zu vergessen.
    Eine Trennung von Staat und Kirche MUSS sein.

    Die Tatsache, dass die Menschen zu einem großen Teil wie verlorene Schäfchen herumlaufen, billigt keinen Schäfer an der Spitze der deutschen Landschaft.

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