Polizei bestätigt Naziaufmarsch in Beuel und will antifaschistische Kundgebung verlegen
Bonn – Seit gestern ist bekannt, dass die Bonner Polizei den Aufmarsch der Neonazis am 1.Mai in die Beueler Innenstadt verschoben hat. Nach wie vor behaupten die Beamten, dass es keinerlei Möglichkeit gäbe, die Demonstration Nazis zu verbieten – trotz der Informationen über die Anmelder und die zu erwartenden Teilnehmer: Die Anmelder sind bekannte und vorbestrafte Nazikader und zum mobilisierenden Spektrum gehören mehrere Gruppen, die in der Vergangenheit durch gewalttätige
Übergriffe aufgefallen sind.
Statt eines Verbots des Naziaufmarsches soll laut Polizeiangaben nun die geplante antifaschistische Kundgebung mit anschließendem Demonstrationszug, die von der verdi-Jugend NRW-Süd am Beueler Bahnhof angemeldet wurde, nicht zugelassen werden.
Dazu Simon Ernst, Vorsitzender der verdi-Jugend: „Gestern teilte mir die Polizei mit, dass unsere Kundgebung nicht wie geplant stattfinden könne und verlangte von mir, das hinzunehmen. Für uns Gewerkschaftler ist die Vorstellung unerträglich, dass unsere Gedenkveranstaltung für die Mordopfer der rechten Terrorbande NSU nun tatsächlich einem Naziaufmarsch weichen soll!“ Die verdi-Jugend behalte sich daher vor, rechtliche Schritte zu prüfen.
Das Bündnis kritisiert auch die Wortwahl der Polizei-Pressestelle. In deren Bekanntgabe klänge es wie ein Fortschritt, dass die Neonazis „nicht mehr im Herzen von Bonn (zu) demonstrieren, sondern in Beuel.“ „Jetzt sind wir alle Beueler!“, antwortet das Bündnis auf seiner Website. Auch im Herzen von Beuel könne man einen Neonazi-Aufmarsch nicht hinnehmen.
Unterdessen laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, um nun jede Bonnerin und jeden Bonner möglichst umfassend über die Route und die geplanten Gegenaktionen in Beuel und Bonn zu informieren. „Wir planen Informationsveranstaltungen und Flugblätter als speziellen Aufruf für die Anwohner vor Ort“ so Lena Schneider, Sprecherin des Bündnisses. Erfreut zeigte sich Sprecher Mani Stenner über das ständige Anwachsen der Unterstützerliste des Blockadebündnisses: „Seit heute
gehören z.B. auch die Freunde des deutschen Mieterbund e.V. Bonn/Rhein-Sieg/Ahr und die Gewerbe-Gemeinschaft Beuel e.V. zu uns. Und besonders aktiv sind die Bonner Schülerinnen und Schüler“.
Auch auf Youtube wird für den Protest geworben. Der bekannte Reggae-Künstler Nosliw hat für „Bonn stellt sich quer“ ein Video produziert, siehe:
(http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=vv2eebM8BKM).
vielen Dank für das Video Nosliw.
Also auf geht’s zum blockieren!‘