Wissenschaftler kritisieren EU-Tierversuchsrichtlinie

Berlin (dts) – Deutsche Wissenschaftsakademien haben die Tierversuchsrichtlinie der EU scharf kritisiert. 14 Wissenschaftler der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften haben daher eine Stellungnahme zum Thema „Tierversuche in der Forschung“ veröffentlicht. Dabei geht es um die besondere Schutzwürdigkeit einzelner Tierarten, die nicht ausreichend an deren Erlebnis- und Leidensfähigkeit festgemacht sei. „Wie wir mit Tieren umgehen, sollte sich daran orientieren, in welcher Weise sie objektiv betroffen sind und nicht daran, welche Einstellungen sich auf sie richten“, erklärten die Wissenschaftler. Zudem soll geprüft werden, ob Tierversuche, die nicht direkt der Forschung, sondern der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Mitarbeitern dienen, nicht künftig angezeigt werden müssen. Bisher unterliegen diese Versuche lediglich einer Genehmigungspflicht. Bis zum 10. November muss die EU-Richtlinie vom Landwirtschaftsministerium feststehen, nachdem das europäische Parlament und der Rat der EU im September 2010 eine Richtlinie zum Schutz der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere erlassen haben.

© – dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

1 Kommentar zu „Wissenschaftler kritisieren EU-Tierversuchsrichtlinie“

  1. Jedes Jahr werden allein in deutschen Laboratorien 2,5 Millionen Tiere in fragwürdigen Versuchen gequält und getötet. Darunter Mäuse, Ratten, Meerschweinchen, Katzen, Hunde, Affen und viele andere Tiere. Weltweit sind es jedes Jahr mindestens 100 Millionen Tiere.
    Die Tierexperimentatoren rechtfertigen diese Versuche damit, dass Medikamente und andere Chemikalien auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit hin geprüft werden müssten. Sie stellen die Tierversuchskritiker vor die Wahl: Solle etwa lieber an Menschen experimentiert werden als an Tieren? Doch immer mehr Wissenschaftler bestreiten, dass es nur diese beiden Wahlmöglichkeiten gibt. Sie gehen sogar noch weiter und erklären, dass die tierexperimentelle Forschung die Ergebnisse verfälsche – der Mensch sei eben keine Maus.

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