Überwältigende Anzahl von Gegenveranstaltungen zur Nazi-Demo am 1. Mai in Bonn

Protestbündnis beklagt rigide Auflagen der Polizei

Bonn – Das Bündnis „Bonn stellt sich quer – Neonazis blockieren!“  ist erleichtert über das beispiellose Engagement gegen den geplanten Neonazi-Aufmarsch.  „Ob DGB, Stadtverwaltung, alle demokratischen Parteien, Christen, Juden, Moslems, Verbände und Initiativen: Alle drücken sehr deutlich aus, dass die militanten Neonazis in Bonn keine Chance haben dürfen, ihren Hass auf die Straße zu tragen. Am meisten imponiert mir das Wahnsinns-Engagement der Jugendlichen aus den Bonner Schulen“, erklärt Bündnis-Sprecher Mani Stenner.

Das kann Co-Sprecherin Lena Schneider von der Bonner Jugendbewegung nur bestätigen: „An manchen Schulen herrscht Ausnahmezustand. Etliche Vollversammlungen sind abgehalten und ein Teil des Unterrichts ist jetzt im besten Sinne politische Bildung inklusive Transparente-Malen – Bilder dazu gibt’s dann auch auf Facebook.“

Besonders in vorgesehenen Aufmarschraum Beuel ist die Empörung groß. Bündnis- Sprecherin Susanne Rohde hat jetzt für Montag, einen Tag vor der Nazi-Demo, um 14 Uhr eine Kundgebung auf dem Dr.-Weis-Platz in Beuel angemeldet. „Wir wollen nochmal deutlich machen, dass durch Nazis im Herzen Beuels das hier sehr lebendige Andenken an die Opfer des Naziregimes verhöhnt werden soll“, kündigt Frau Rohde an.

Auch die Polizei bestätigt indirekt den wachsenden Widerstand: „Ihre Versammlung ist als eine der bislang über 29 angemeldeten Gegenveranstaltungen zu der Versammlung Rechts zu werten. Erklärte Absicht all dieser Versammlungen, die weitestgehend unter dem Dach des Bündnisses „Bonn stellt sich quer“ organisiert sind, ist es, mögliche Versammlungsräume für die Versammlung Rechts zu belegen und damit eine solche Versammlung[en] zu verhindern“, schreibt die Versammlungsbehörde an die Anmelderin einer Mahnwache am Rand der Nazi-Route, allerdings in nicht so freundlicher Absicht. Gegen alle Mahnwachen wird zur Zeit eine Distanz von mindestens 150 Metern zum Naziaufmarsch verfügt. „Gegen diese unnötige und demokratiefeindliche Praxis wollen wir Klage einreichen“, kündigt Mani Stenner an.

Als „eine Mischung aus freundlicher Ansprache und Drohungen“ bewertet das Protestbündnis einen Flyer der Bonner *für die Schulen in Bonn und Rhein-Sieg-Kreis. Darin werden unter dem Motto „Protest ja! Gewalt Nein!“ die „Lieben Schülerinnen und Schüler“ aufgefordert, sich „von gewaltbereiten Gruppen fernzuhalten“.

* Flyer-Schulen-dreiteilig-final