Gabriel: Ausgesetzter Abbau von T-Bills "nichts anderes als monetäre Staatsfinanzierung"

Freitag, 30. November 2012, 09:19

Berlin (dts) – Der im neuen Hilfspaket für Griechenland ausgesetzte Abbau von kurzfristigen Anleihen, der sogenannten T-Bills, ist nach den Worten von SPD-Chef Sigmar Gabriel „nichts anderes als monetäre Staatsfinanzierung, wo die Zentralbank das tut, was sie eigentlich nicht tun darf, nämlich direkt einen Staat zu finanzieren“. Damit übernehme die Europäische Zentralbank (EZB) die Aufgabe, „von der Frau Merkel sich nicht traut, damit in den Deutschen Bundestag zu kommen“, sagte Gabriel am Freitag im Deutschlandfunk. Gleichzeitig kritisierte der Chef der Sozialdemokraten den Ökonomen Hans-Werner Sinn, der zuvor erklärt hatte, dass bei den Reformen in Griechenland noch gar nichts passiert sei. „Das ist natürlich alles Blödsinn, was der erzählt“, sagte Gabriel. „Die Arroganz, mit der Herr Sinn und andere über Rentner, Arbeitnehmer, kleine Mittelständler, Selbstständige in Griechenland redet, die ist unerträglich.“

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