Türkische Gemeinde kritisiert Merkels Preisverleihung an Westergaard

Berlin (dts) – Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, hat Kanzlerin Angela Merkel einen Mangel an „interkultureller Kompetenz“ vorgeworfen. Hintergrund ist die Verleihung des M100-Medienpreises an den umstrittenen dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard. „Natürlich muss die Pressefreiheit verteidigt werden, aber der Zeitpunkt der Preisverleihung war mehr als unglücklich“, sagte Kolat der „Rheinischen Post“. Der Vorsitzende weiter: „Ziel der Politik sollte sein, Vorurteile gegen Muslime abzubauen.“ Er kritisierte zugleich, dass die Preisverleihung mitten im Ramadanfest stattgefunden hat. „Zu Recht werden sich viele Muslime fragen, wie glaubwürdig die Integrationspolitik der Regierung ist. Seit Jahren versuchen wir, den interkulturellen Dialog zu stärken – ich habe mehr Verständnis von Seiten der Kanzlerin erwartet.“

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1 Kommentar zu „Türkische Gemeinde kritisiert Merkels Preisverleihung an Westergaard“

  1. Auch wenn ich ansonsten selten mit Frau Merkel einverstanden bin, in diesem Fall hat sie das Richtige getan. Als überzeugter Anhänger einer aufgeklärten Demokratie halte ich nichts davon, wenn \aus Rücksicht\ Religionsgemeinschaften gegenüber ein Stück der Meinungsfreiheit opfert. Wie soll das dann in Zukunft weitergehen? Ist es irgendwann \aus Rücksicht\ auch angebracht während des Ramadan in hauptsächlich von Muslimen bewohnten Stadtvierteln den Alkoholausschank zu verbieten oder den Verkauf von Schweinefleisch? Wer hier im demokratischen Deutschland lebt, muss sich eben an Meinungsfreiheit und Demokratie anpassen, auch wenn es wehtun mag. Ansonsten muss er sich fragen lassen, ob er im richtigen Lande lebt.

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