SPD-Politiker Edathy fordert Entschuldigung von Wulff

Berlin (dts) – Der SPD-Innenexperte Sebastian Edathy hat Bundespräsident Christian Wulff aufgefordert, sich wegen der jüngsten Affäre um einen Privatkredit der Unternehmerfamilie Geerkens zu entschuldigen. „Ganz offensichtlich hat der heutige Bundespräsi-dent in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident einen massiven Fehler begangen“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Online-Ausgabe). „Es ist für einen Politiker mehr als anrüchig, von einem Unternehmerehepaar einen Privatkredit zu bekommen, dessen Konditionen zudem noch günstiger waren als die üblichen Bankzinsen. Diesen Fehler sollte Herr Wulff einräumen und sich dafür entschuldigen.“ Edathy fügte hinzu: „Kein politisch Verantwortlicher sollte sich dem Verdacht der Vorteilsnahme aussetzen.“ Der SPD-Politiker kommt selbst aus Niedersachsen.

© – dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

1 Kommentar zu „SPD-Politiker Edathy fordert Entschuldigung von Wulff“

  1. Leserbrief

    Manchmal gibt es Grund, mit Neid auf das Ausland zu blicken: zum Beispiel wegen des Niveaus der Politikerskandale. Als vor Jahren der ehemalige französische Außen- minister Roland Dumas wegen Korruption vor Gericht stand, ging es um wertvollen Schmuck und eine Luxuswohnung in Paris – für die Geliebte !
    Bundespräsident Christian Wulff war weniger anspruchsvoll. Er wollte sich mit ein paar Prozent Zinsersparnis beim Bau des neue Einfamilienhauses begnügen. Nebenbei: Wulffs Haus atmet perfekt jene bundesdeutsche Wüstenrot- und Bimsblockästhetik, die der Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich als die Entbindung vom bürgerlichen Geist der Stadt verdammte. Natürlich bedeutet der
    500 000 – Euro Privatkredit, den Wulff, so wie bislang behauptet, von einer Unternehmensgattin annahm, keine Korruption. Schmierig wirkt es trotzdem. Denn als Ministerpräsident mit Pensionsanspruch verfügte Wulff über beste Bonität und hätte den Kredit von jeder Bank bekommen., wenn auch zu weniger günstigen Konditionen. Solche Fehlgriffe passieren, wenn Politik vor allem als Möglichkeit zum sozialen Aufstieg begriffen wird. Wenn unsere Politiker demnächst wieder das große Wort führen, stellen wir sie uns am besten ganz klein vor. Meistens liegen wir damit richtig.

Die Kommentare sind geschlossen.