Museumsleiter kritisiert Kunstverständnis des Bundespräsidialamtes

Mittwoch, 21. November 2012, 10:38

Berlin (dts) – Der Leiter des Museums „Hamburger Bahnhof“ in Berlin, Eugen Blume, hat das Kunstverständnis des Bundespräsidialamtes kritisiert: Der Kunsthistoriker wandte sich gegen die rasche Entfernung der neu angefertigten Präsidentenporträts des Berliner Malers Volker Henze aus der Galerie im Schloss Bellevue. „Es wäre besser gewesen, wenn das Amt mit dem, was es sich bestellt hat, etwas länger gelebt hätte“, erklärte Blume in der „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“. Der öffentliche Vorwurf, die Bilder seien zu bunt, missverstehe Henzes Ansatz. „Von Schnellmalerei kann überhaupt keine Rede sein“, so Blume. Der Museumsleiter hatte das Projekt im Auftrag des Präsidialamtes begleitet. „Dieser Auftrag einer Porträtgalerie war von Anbeginn schwierig“, verteidigt Blume den Künstler, „diese schwierige Aufgabe hat Volker Henze auf seine Weise gut gelöst.“ Eugen Blume zählt zu den international renommiertesten Experten auf dem Gebiet der zeitgenössischen Kunst. Henzes Bilder waren wenige Wochen nach ihrer Vorstellung beim Bürgerfest des Bundespräsidenten von ihrem zugedachten Ort im Schloss Bellevue entfernt worden; inzwischen hängen sie in einem der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Raum des Schlosses. Den Impuls für eine Galerie aller Bundespräsidenten seit 1949 hatte im Jahr 2010 der damalige Amtsinhaber Horst Köhler gegeben, sein Nachfolger Christian Wulff hatte dann den Maler Henze beauftragt.

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