Publizist Broder: "Occupy Wall Street" wird kein neues 68

Berlin (dts) – Der Publizist Henryk M. Broder sieht in den „Occupy Wall Street“-Protesten kein neues 68. Broder sagte der „Bild-Zeitung“ (Montagausgabe): „Das wird kein neues 68! Diese Demos sind die Fortsetzung von Gorleben und Stuttgart 21, von Castorprotest und Ostermarsch. Nachdem all diese Aktionen sich als weitgehend wirkungslos erwiesen haben, soll der Hebel nun bei den Banken angesetzt werden. Die Basis der ,neuen‘ Bewegung sind die Veteranen der vorausgegangenen ,Aufstände‘, Leute, die sich beim Sozialamt die Stütze abholen, um auf dem Heimweg gegen den repressiven Staat zu protestieren. Im übrigen sind die Protestler nicht mal in der Lage, etwas Eigenständiges zu kreieren und müssen ihre Ideen bei dem Land klauen, das sie am meisten hassen: den USA.“ Auch der Alt-68er und EU-Grünen-Fraktionschef Daniel Cohn-Bendit findet den Vergleich mit der 68-er-Bewegung unsinnig. „Lassen Sie doch den Menschen ihre Revolte, ohne sie gleich in eine Schublade stecken zu wollen“, sagte Cohn-Bendit. Ebenso sieht Politik-Experte Frank Brettschneider deutliche Unterschiede beider Protestwellen. Er sagte gegenüber „Bild“ und „bild.de“: „Beide Bewegungen sind ein globales Phänomen, wobei die Motive höchst unterschiedlich sind: Bei ‚occupy‘ geht es um die Wut der Menschen, Zahlmeister der Banken zu sein und darum, dass der Euro-Rettungsschirm in Wahrheit wieder nur ein Banken-Rettungsschirm ist. Diese Empörung wird im Parlament nicht berücksichtigt und die Rettungsschirm-Gegner fühlen sich bei keiner Partei gehört, was zum Teil den Zulauf der Piratenpartei bewirkt. Hier geht es also um Sach-Kritik und nicht um eine Abrechnung mit der Väter-Generation.“ Publizist und Autor Alexander Gauland sieht einen anderen Unterschied. „bild.de“ sagte er: „Die 68er waren sehr stark links-ideologisch, marxistisch und maoistisch beeinflusst. Bei Occupy geht die Mittelschicht auf die Straße, die Angst hat, unter die Räder zu kommen. Es ist ein Lebensgefühl der Bedrohung, das viel weniger ideologisch unterfüttert ist.“

© – dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

1 Kommentar zu „Publizist Broder: "Occupy Wall Street" wird kein neues 68“

  1. Publizist Henryk M. Broder schreibt im Stil des ihn veröffentlichenden Schmierblattes „Bild“, das sich zu recht nicht Zeitung nennen darf:
    „Die Basis der ,neuen‘ Bewegung sind die Veteranen der vorausgegangenen ,Aufstände‘, Leute, die sich beim Sozialamt die Stütze abholen, um auf dem Heimweg gegen den repressiven Staat zu protestieren. Im übrigen sind die Protestler nicht mal in der Lage, etwas Eigenständiges zu kreieren und müssen ihre Ideen bei dem Land klauen, das sie am meisten hassen: den USA.”
    Um seinen Stil zu bewerten: „Dazu fallen mir nur Adjektive ein: Polemisch, widerlich, dumm, menschenverachtend und unwissend.“
    – Er sollte sich mal die Mühe machen und sich die Menschen + ihre Unterstützer genauer ansehen: Mittelschicht
    – Ideen werden nicht „bei den verhassten USA geklaut“, sondern von Menschen übernommen. Beim „Klauen“ nimmt man jemandem etwas weg, Das sind keine Diebe, sondern Menschen, die gleiche Ziele mit gleichen Aktionen verfolgen.
    – Gorleben und Stuttgart 21, Castorprotest und Ostermarsch sind nicht weitgehend wirkungslos, wie Broder behauptet.
    – Broder singt das Lied von Pippi Langstrumpf: „Heißa! Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.“ Und will uns das dann als Wahrheit verkaufen.

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