Studie: Schwellenländer sind Neuland für viele deutsche Firmen

Berlin (dts) – Das Wachstum in Europa bleibt schwach und Schwellenländer gewinnen stark an Bedeutung für deutsche Unternehmen. Doch viele Firmen drohen hinter ihrem Potenzial zurückzubleiben. Das legen die Ergebnisse einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger nahe, die der „Welt“ exklusiv vorliegt. „Nur eine von vier Firmen gibt an, die Kundenbedürfnisse in den Schwellenländern im Detail zu kennen“, sagte Oliver Knapp, Partner bei Roland Berger. „Sie laufen damit Risiko, Produkte zu entwickeln, die vor Ort gar nicht nachgefragt werden.“ Kunden in ärmeren Nationen fragen in der Regel andere Produkte nach als Kunden in stark entwickelten Industrienationen. Wichtig ist insbesondere, dass der Preis stimmt und die Geräte robust und leicht zu bedienen sind. Nicht alle Unternehmen lassen sich entschlossen auf die neuen Märkte ein, wie die Studie von Roland Berger zeigt. Nur ein Viertel der befragten Finanzexperten erklärt, die Unternehmen könnten erfolgreich Produkte im unteren bis mittleren Technologiesegment entwickeln. Nur acht Prozent geben an, das Potenzial auszunutzen. „Es gibt hier nach wie vor großen Handlungsbedarf“, urteilt Unternehmensberater Knapp. Die Unternehmen fühlen sich nach wie vor ihren traditionellen Kunden in etablierten Märkten näher. Zwei von drei Unternehmen geben an, ein „tiefes Verständnis“ für die Produkteigenschaften zu haben, die Kunden in Europa, Nordamerika und Japan erwarten.

© – dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

1 Kommentar zu „Studie: Schwellenländer sind Neuland für viele deutsche Firmen“

  1. Ein so genanntes Schwellenland ist solange ein “gutes Schwellenland”, wie es noch genügend Ausbeutungspotential für Zinsgeldverleiher (“große Investoren”) aufweist. Dazu muss in dem Schwellenland ein einigermaßen stabiler und friedlicher Zustand herrschen, die arbeitswillige Bevölkerung sollte über ein Mindestmaß an schulischer Ausbildung verfügen und sich über niedrigste Arbeitslöhne bereits ein Loch in den Bauch freuen, und – ganz wichtig – es darf noch nicht zuviele Sachkapitalien (Produktionsmittel) in dem Schwellenland geben, sodass die marktwirtschaftliche Konkurrenz besonders niedrig und der Zinsfuß besonders hoch ist.

    Die Situation ändert sich, sobald die Sachkapitalien sich vermehren, dadurch die marktwirtschaftliche Konkurrenz steigt und der Zinsfuß sinkt, und die arbeitende Bevölkerung “unverschämt” wird, weil sie der Meinung ist, sie müsste zumindest tendenziell an den von ihr erarbeiteten Werten beteiligt werden. Es erhebt sich sofort der Unmut der “großen Investoren”, die ihr “liebes Zinsgeld” aus dem Schwellenland abziehen und dann viel lieber damit an der Börse spielen, um den “Unverschämten” mal zu zeigen, inwieweit sich z. B. die Preise für deren Grundnahrungsmittel durch künstliche Verknappung nach oben spekulieren lassen.

    Marktwirtschaft funktioniert anders,…

    Marktgerechtigkeit

    …wird aber von allen, die sich noch im “Programm Genesis” befinden, nicht verstanden:

    Glaube Aberglaube Unglaube

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